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Tourismus - Geschichte - Opfer der Hexenverfolgung


Die Opfer der Hexenverfolgung in Idstein

Auf Initiative der Evangelischen Kirchengemeinden Heftrich und Bermbach und des Seelsorgebezirks Nieder-Oberrod und Kröftel hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am 6. November 2014 einen gemeinsamen Antrag aller Parteien zur Rehabilitierung der Opfer der Hexenverfolgung im Bereich der Stadt Idstein beschlossen.

 

Die Körperschaften der Stadt Idstein beschlossen damit einmütig die moralische und sozialethische Rehabilitation der über 40 Opfer der Hexenverfolgung und verurteilen die bei den Hexenverfolgungen unrechtmäßig ausgeübte Gewalt. In den Jahren 1676 und 1677 wurden in der Grafschaft Nassau-Idstein 35 Frauen und 8 Männer wegen Zauberei angeklagt und bis auf wenige Ausnahmen in Idstein hingerichtet.

 

Die Veranstaltung am Samstag, den 30. Mai 2015 diente noch einmal dem Gedenken der Opfer und rehabilitierten sie öffentlich. Es geht aber auch um Rückbesinnung auf geschehenes Unrecht und die Vergegenwärtigung menschlicher Not und damit auch um die Stärkung von Recht, Solidarität und Menschlichkeit in unserer heutigen Zeit. Die Stadt Idstein folgt damit dem Beispiel anderer Städte, die ein solches öffentliches Gedenken und die Rehabilitation der Opfer als ein eindeutiges Bekenntnis zur Unschuld der Opfer der Hexenverfolgung ablegen.

 

Die Evangelischen Kirchengemeinden Heftrich und Bermbach haben am 8. Juni 2014 der Opfer der Hexenverfolgung gedacht und am Pfarrhaus in Heftrich eine Gedenktafel angebracht.

 

Das Buch „Den Hexen auf der Spur — Über Hexenprozesse am Beispiel Idstein 1676“ der vier Autorinnen Gilla Flothmann, Hilke Müller, Ilse Schollmeyer und Maria Stoltefaut thematisierte bereits 1986 das geschehene Unrecht.

 

Unterhalb des Hexenturms wurde im November 1996 auf Initiative von Frau Ute Samson eine Gedenktafel angebracht und immer wieder sind Besucher zu beobachten, die diese Tafel besuchen und die Namen lesen.

 

Dies kann man aus heutiger Sicht als eine Art Pionierleistung bezeichnen, ein Schritt des Gedenkens und Erinnern. Eine formale Rehabilitation war es jedoch nicht. Diese ist nun durch den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vollzogen, bedeutet aber auch, dass man die Opfer nicht vergisst und einen Ort des Gedenkens geschaffen hat.

Letzte Änderung: 04.09.2015 09:05 Uhr