Residenzschloss


Deutlich über der schwarzen Null

Stadt Idstein schließt Haushalt 2020 trotz Corona wie geplant ab

Logo_Idstein_HSS_RGB

Der Jahresabschluss 2020 der Stadt Idstein präsentiert sich quasi als Punktlandung – und das trotz Pandemie: Mit einem Plus im ordentlichen Ergebnis in Höhe von 717.650 Euro liegt die Hochschulstadt Idstein fast bei dem im Haushaltsentwurf geplanten Wert von 703.540 Euro. Der entsprechende Jahresabschluss konnte jetzt den Magistratsmitgliedern vorgelegt werden.


Auch das außerordentliche Ergebnis schließt mit einem Überschuss in Höhe von 963.564 Euro ab. Dies wurde insbesondere durch den Verkauf von Grundstücken und Sachanlagen, durch Erstattungen von Abschlagsabrechnung des Vorjahres sowie der Auflösung und Auszahlung eines Verlustabdeckungs- und Investitionskontos, das im Zuge des Insolvenzverfahrens der Sport- und Freizeitanlage Tournesol bestand, erzielt. Insgesamt wurde somit ein Jahres-überschuss von 1.681.214,67 Euro bilanziert.


Bürgermeister Christian Herfurth, der stets eine solide städtische Haushaltsführung priorisiert, ist mit dem positiven Ergebnis mehr als zufrieden: „Nach diesem schwierigen Jahr war ein solcher Abschluss nicht zu erwarten.“ Trotz der mit einer Differenz von mehr als 3,7 Millionen Euro hohen Abweichung zwischen der Planung bei der Einkommens- und Gewerbesteuer und den tatsächlich erzielten Steuereinnahmen konnte das positive Jahresergebnis erreicht werden. Dennoch ist dem Bürgermeister klar: „Diese positive Entwicklung war nur durch die Unterstützung des Bundes und des Landes Hessen möglich. Die weggebrochenen Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen wurden durch Kompensations-leistungen aufgefangen. Sonst stünden wir nicht so gut da."


Aber auch die Stadt selbst hat zu Einsparungen beigetragen, wenn auch an vielen Stellen unfreiwillig bedingt durch Corona: „Das Minus im Bereich der Gebühren und Umsatzerlöse wurde an anderer Stelle durch geringere Ausgaben ausgeglichen“, berichtet Herfurth. Weniger ausgegeben wurde unter anderem für die Kinderbetreuungseinrichtungen aufgrund der Schließungen, für Veranstaltungen wie Märkte und Theater, für die Instandhaltung von stadteigenen Gebäuden und Außenanlagen sowie im Bereich Stadtentwicklung durch Minderaufwendungen für Beratungsleistungen. Auch Personalkosten wurden eingespart, beispielsweise wurden aufgrund der Schließungen von Kindertagesstätten Stellen später neu- oder wiederbesetzt als es unter normalen Umständen notwendig gewesen wäre. Statt der veranschlagten Kosten für die laufende Verwaltung in Höhe von rund 59 Millionen Euro wurden nur 57,5 Millionen Euro ausgegeben. Zu den größten Ausgabeposten des Idsteiner Haushaltes zählen alljährlich die Kreisumlage und die Schulumlage, die 2020 insgesamt mit rund 21 Millionen Euro zu Buche schlugen.


Trotz Corona wurde 2020 wie vorgesehen investiert. Für Baumaßnahmen kamen 2020 rund 1,9 Millionen Euro zur Auszahlung, darunter für die Überdachung der Busumsteigeanlage am Bahnhof sowie die Befestigung des Parkplatzes am Kulturbahnhof. Andere Projekte wurden planmäßig fortgeführt oder auf den Weg gebracht, z.B. der Anbau am Kindergarten Eschenhahn oder der Bau des Kreisels in Walsdorf.


Die langfristige Kreditverschuldung ist trotz Tilgung um rund 3 Millionen Euro wegen der Ablöse von Restgrundstücken nach Abschluss der Entwicklungsmaßnahme NassauViertel aus dem Sondervermögen gestiegen. Diese nicht veräußerten Grundstücke wurden in das Anlagevermögen der Stadt übernommen. Die gesetzlichen Vorgaben für das im Rahmen der Hessenkasse 2018 in Anspruch genommene Entschuldungsprogramm konnten erfüllt werden. Die Stadt ist in 2020 ihren finanziellen Verpflichtungen ohne Aufnahme von Liquiditätskrediten nachgekommen, zusätzlich deckte der Kapitalfluss aus der laufenden Verwaltungstätigkeit die Tilgung und den Beitrag zur Hessenkasse ab. Hier besteht aktuell noch eine Verbindlichkeit von rund 3,8 Millionen Euro. Aufgrund des hohen Liquiditätsbestandes der Stadtkasse kann 2021 ein Antrag auf Sondertilgung von 2 Millionen Euro bei der Hessenkasse gestellt werden. Damit könnte die Stadt Idstein die Verbindlichkeiten aus diesem Programm bereits vorzeitig 2023 vollständig ablösen. Auch die Kommunalaufsicht ist mit dem Verfahren einverstanden, jetzt steht nur noch ein entsprechender Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus. Bürgermeister Christian  Herfurth befürchtet zwar wegen der Corona-Pandemie weitere Einbußen bei den Gewerbesteuereinnahmen in den nächsten Jahren, ist aber aufgrund des positiven Abschlusses 2020 verhalten optimistisch.












Letzte Änderung: 26.07.2021 11:29 Uhr