Residenzschloss


Kunstprojekt des Jugendzentrums Idstein zur Situation Jugendlicher in der Pandemie

Kunstprojekt JUZ

Ein Kunstprojekt des Idsteiner Jugendzentrums will jetzt auf die besonderen Probleme junger Menschen in der Pandemie aufmerksam machen. Aktuelle Studien belegen, dass Jugendliche von der Pandemie besonders stark betroffen sind: Schul- und Hochschulschließungen, Distanzunterricht, fehlender Ausgleich durch Sport oder Freizeitangebote und vor allem die daraus resultierenden fehlenden sozialen Kontakte führen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einer hohen psychischen Belastung. 69% von ihnen sind laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung von Zukunftsängsten belastet. Rund ein Drittel der Jugendlichen hat finanzielle Sorgen, weil Nebenjobs derzeit kaum vorhanden sind. 65% der Befragten geben laut dieser Studie vom März außerdem an, dass sie das Gefühl haben, ihre Sorgen würden eher nicht oder gar nicht gehört.


Der Jugendpfleger der Stadt Idstein, Martin Schilling, bestätigt diese Ergebnisse "Viele Jugendliche fühlen sich einsam oder verängstigt. Wenn diese Gefühle dann auch noch dadurch verstärkt werden, dass man glaubt, keiner höre einem zu oder die eigene Meinung sei nicht wichtig, entwickeln sich oft tief sitzende Probleme, mit denen die Jugendlichen nicht mehr alleine klarkommen.’’ Diese Erfahrung hat er in den letzten Monaten aus vielen persönlichen Beratungsgesprächen, die in der Pandemie ein festes Angebot der Idsteiner Jugendarbeit sind, gewinnen können.


Um auf diese Situation hinzuweisen und sie in die öffentliche Diskussion zu bringen, hat die Idsteiner Jugendpflege zusammen mit Jugendlichen des Jugendzentrums das Projekt #JugendIstZukunft entwickelt. Den Anfang macht eine aus rund 40 von Jugendlichen eingesendeten Fotos erstellte Collage mit dem Titel "Jugend in der Pandemie". Das Banner wird nach Fertigstellung Anfang Mai am Eingang des Jugendzentrums in der Schlossgasse aufgehängt werden. Die Bilder dokumentieren in einem bunten Querschnitt anschaulich, was die Pandemie für Jugendliche bedeutet. Es gibt sowohl Bilder, die auf  Einsamkeit, Überforderung und Angst hinweisen, aber auch schöne Bilder von neu entdeckten Hobbys oder kreativen Ideen, sich die Zeit zu vertreiben.


Eines sei, so Schilling, in der jetzigen Situation besonders wichtig: „Die von Ängsten, Zukunftssorgen, Kontaktarmut und teilweise auch depressiven Stimmungen geplagten Jugendlichen sollten in dieser Zeit nicht allein gelassen werden. Sie dürfen nicht von der Politik vergessen werden und müssen in der öffentlichen Wahrnehmung endlich mehr in den Fokus gerückt werden.“ Das Kunstprojekt #JugendIstZukunft des Jugendzentrums soll hierbei unterstützen. In den kommenden Wochen sind noch zwei weitere Aktionen als Teil des Kunstprojekts geplant. Wortbeiträge von Jugendlichen zum Thema ,,Deine Pandemiegeschichte’’ und eine Plakataktion in der Idsteiner Kernstadt sollen das Projekt abschließen.

Letzte Änderung: 19.05.2021 13:04 Uhr