Residenzschloss


Erster europaweiter „Tag der Streuobstwiesen“​​​​​​​


Apfelbluete

© Foto: Lisa Jungmann

Die Streuobstwiesen in und rund um Idstein stehen in voller Blüte. Der Streuobstanbau ist landschaftsprägendes Element der Idsteiner Kulturlandschaft. Die Stadt Idstein weist auch deshalb auf den ersten europaweiten „Tag der Streuobstwiesen“ am 30. April 2021 hin. Jeweils am letzten Freitag im April soll von nun an jährlich der Aktionstag auf die Bedeutung der Streuobst­wiesen für die Tier- und Pflanzen­welt in ganz Europa aufmerksam machen. Streuobstwiesen gelten als Orte der Bio­diversität, der Obst­vielfalt, der Erwerbs­grundlage sowie des Genusses und der Erholung. Vor kurzem hat die Deutsche UNESCO-Kommission den Streuobstanbau auch deshalb in die deutsche Liste des „Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen.


In unserer Region erreichte der Streuobstanbau Ende des 19. Jahrhunderts seinen Höhepunkt. Im deutschsprachigen Raum verzeichnete man damals 2000 verschiedene Apfelsorten. Doch inzwischen reduzieren sich die Bestände drastisch. Allein zwischen 1965 und 1980 ging der Bestand in Hessen von 3,5 Millionen auf 1 Million Bäume zurück. Grund dafür sind die Importe von Obst, Bebauungen, Rodungsprämien, aber oft auch Pflegemangel. Letzterem möchte die Stadt Idstein in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Rheingau-Taunus e.V. und den darin organisierten Kommunen etwas entgegensetzen. So konnte die Stadt Idstein im vergangenen Jahr bereits 5000 Euro aus der Umweltlotterie „Genau“ unter anderem in den Kronenschnitt von 52 hochstämmigen Obstbäumen auf zwei Flächen in Heftrich investieren. Die Heftricher Streuobstwiesen sind als  „Geschützter Landschaftsbestandteil“ im Rheingau-Taunus-Kreis ausgewiesen, die vorhandenen Altbäume und auch Nachpflanzungen genießen also einen besonderen Schutz.


Eine Mitarbeiterin des Landschaftspflegeverbandes hat außerdem damit begonnen, die Bäume der Heftricher Streuobstwiesen zu kartieren. Erarbeitet wird ein Konzept zur Bewahrung und Aufwertung der im Sinne der Biodiversität herausragenden Streuobstbestände. Dokumentiert wird bei der Kartierung zunächst der Pflegezustand, auch Einschätzungen für sinnvolle Nachpflanzungen werden getroffen. Notwendige Pflegemaßnahmen in Heftrich sollen über Fördergelder finanziert werden. Der Landschaftspflegeverband wird nun gemeinsam mit der Stadt Idstein die Kommunikation mit den Eigentümern der Bäume suchen, um deren Einverständnis für die Maßnahmen einzuholen. Ziel ist es, den Charakter der Heftricher Streuobstwiesen langfristig zu erhalten.


Letzte Änderung: 03.05.2021 12:45 Uhr