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Katastrophenschutz ist gut aufgestellt - Stadtbrandinspektor Lars Wendland informiert Magistrat

Sirene
Viel zu tun gab es in den vergangenen Wochen für die Kameraden der Idsteiner Feuerwehren – und nicht nur für diese. Nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stand die halbjährliche Sirenenprobe an. Zum Großeinsatz der Idsteiner Wehren, die von zusätzlichen Einsatzkräften aus der ganzen Region unterstützt wurden, kam  es erst vor wenigen Tagen, als die ehemalige TSG-Halle in Flammen aufging.


Bei allen Einsätzen und auch der Sirenenprobe bestätigte sich das, was Stadtbrandinspektor Lars Wendland dem Magistrat kürzlich in einem Sachstandsbericht vorgetragen hatte: „Wir sind technisch gut aufgestellt.“ Katastrophen- und Löschzüge – darunter auch Fahrzeuge des Landes und des Bundes – seien ausreichend vorhanden und einsatzbereit. Sie seien nicht nur für Brandfälle in Gebäuden, sondern gleichermaßen für Extremwetterlagen, Hochwasser, Waldbrände und Dürreperioden ausgestattet. Bestehende Fahrzeugdefizite befänden sich bereits in der Beschaffung und seien im Bedarfs- und Entwicklungsplan erfasst. Außerdem hat das Land Hessen weitere Investitionen in den Brand- und Katstrophenschutz angekündigt.


Besondere Bedeutung komme der Warnung der Bevölkerung zu, so Wendland. Denn für den zivilen Bevölkerungsschutz sei jede Kommune selbst verantwortlich. Auch in Idstein werden Bürgerinnen und Bürger daher auf unterschiedlichen Wegen gewarnt. So löste die Stadt Idstein beispielsweise beim Brand der Sporthalle die Warnsysteme Hessen-Warn, ehemals „Kat-Warn“, und NINA aus. Diese wurden auch im Rahmen des Probealarms getestet, ebenso wie die 21 – acht davon digital – Sirenen im Stadtgebiet. Erstmals hatten die Idsteiner Bürger dabei die Möglichkeit, über einen Internet-Link die Hörbarkeit der Sirenen zu bewerteten. Immerhin 110 Bürgerinnen und Bürger der Stadt und der Stadtteile gaben Rückmeldung. 79 konnten die Sirenen gut oder sehr gut wahrnehmen, nur sehr leise hörten 11 Prozent den Alarm, weitere 10 Prozent hörten die Sirenen gar nicht. Grund dafür unter anderem: Die Sirenen in Oberauroff und Lenzhahn fielen aus, Techniker sind jetzt bereits auf Fehlersuche. „Um solche Defizite aufzudecken, genau dafür machen wir diese Probealarme“, so Wendland.


Sirenentechnisch aufrüsten will die Stadt Idstein zur weiteren Verbesserung der Hörbarkeit mit drei zusätzlichen Anlagen in Randbereichen wie dem NassauViertel, Gänsberg und dem Gewerbegebiet Frauwald. In den kommenden zehn Jahren sollen die noch vorhandenen analogen Sirenen durch digitale und notstromversorgte Anlagen ersetzt werden. Mobile Sirenenanlagen, die direkte Durchsagen an die Bevölkerung ermöglichen, sollen zusätzlich kurzfristig beschafft werden. „Ein guter Mix aus unterschiedlichen Warnsystemen bietet bestmögliche Sicherheit“, so der Stadtbrandinspektor. Auf breite Zustimmung stießen seine Ausführungen im Magistrat. „Wir können und müssen aus der Hochwasserkatastrophe in der Eifel und im Ahrtal lernen. Es gilt, alles zu tun, um unsere Bevölkerung zu schützen. Dafür haben die Idsteiner Wehren meine volle Unterstützung“, bestätigte auch Bürgermeister Christian Herfurth.


Neben den Ausgaben für die Mobilen Sirenen soll auch in weitere Software zur Koordination der Einsatzkräfte investiert werden. „Die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate haben uns alle sensibilisiert. Geübt werden muss deshalb künftig verstärkt auch die Stabsarbeit bei Großschadenslagen“, erklärt Wendland. Undenkbar seien solche Szenarien nicht. Wendland: „Idstein liegt an zahlreichen Verkehrswegen, darunter die ICE-Trasse und die Autobahn. Auch für dortige Einsätze müssen wir – nicht nur technisch – bestmöglich gerüstet sein.“  





Letzte Änderung: 04.10.2021 10:28 Uhr