Mit Wildkirschen dem Fichtensterben etwas entgegengesetzt

EDEKA Idstein spendet 300 Bäume zur Aufforstung


Baumpflanzung

Spenden gehört für die Firmengruppe EDEKA zum Programm. Für den Idsteiner Marktleiter Uwe Georg heißt das in erster Linie, „etwas Gutes zu tun in der Region, in der meine Kunden und ich leben“. 300 junge Wildkirschen hat er deshalb der Stadt Idstein gespendet. „Hier fühle ich mich verwurzelt, da ist das ein wirklich passendes Projekt“, so Georg.


Eine entsprechende Fläche zum Pflanzen der Jungbäume hatte Franz-Josef Dicke von Hessen-Forst parat. Seit 15 Jahren betreut der Revierförster 1700 Hektar des Idsteiner Stadtwaldes, also fast die Hälfte der insgesamt 3700 Hektar, die die Kommune als immerhin viertgrößter Kommunalwaldbesitzer in Hessen ihr Eigen nennt. In unmittelbarer Nähe des Rosenkippels mit Sicht auf die Autobahn lag seit zwei Jahren eine Fläche brach, die vor knapp 80 Jahren nach dem zweiten Weltkrieg mit Fichten bestückt worden war. „Eine typische Bepflanzung dieser Zeit, hatten die Alliierten doch viele wertvolle Bäume als Teil der Reparationszahlungen roden lassen. Mit der Fichte versprach man sich einen schnellwachsenden Ersatz“, erklärt Dicke die massenhafte Aufforstung mit Fichten auch im Taunus. Im Idsteiner Wald haben die Fichten nun aber mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie derzeit bundesweit fast überall: Die Trockenheit setzt den Flachwurzlern extrem zu, hinzu kommt der Borkenkäfer. Und so entschied sich Dicke, die im Absterben begriffene Fläche unweit des Rosenkippels vor zwei Jahren zu „ernten“, wie es im Forstdeutsch heißt.


Auf der Suche nach Bäumen zur Wiederaufforstung, die mit Trockenheit gut zurechtkommen, hat der Revierförster in diesem Bereich bereits gute Erfahrungen mit der Wildkirsche gemacht. So kam das Angebot einer Baum-Spende von EDEKA gerade rechtzeitig. In diesen Tagen konnten die zwei bis drei Jahre alten Setzlinge von den Forstarbeitern gepflanzt werden, bei den letzten Bäumchen legten Uwe Georg und Bürgermeister Christian Herfurth schließlich selbst Hand an. Ausgestattet mit Spaten und Fachwissen von Revierförster Dicke setzten sie gemeinsam die letzten Jungbäume und versahen diese mit einer Wuchshülle. Diese wirkt einerseits wie ein kleines Gewächshaus, andererseits schützt sie die Setzlinge vor Wildverbiss und vor dem „Fegen“ der Rehböcke, die so die nachwachsenden Geweihe vom Bast befreien.  Nach etwa fünf Jahren müssen die Wuchshüllen entfernt werden, dann sollten sich die Bäumchen erfolgreich am Standort etabliert haben.


„Bis die Wildkirschen erntereif sind dauert es wieder 80 bis 100 Jahre“, erklärte Dicke. Und längst nicht alle gepflanzten Bäume werden es so weit bringen. „Ein solcher Bestand muss gepflegt werden“, so Dicke. Da wird ausgedünnt und entastet – bei besten Bedingungen ließe sich so beispielsweise hochwertiges Furnierholz gewinnen. Die jetzige Pflanzung ist also durchaus eine Investition in die Zukunft. „Angesichts des Klimawandels ist eine solche Spende für uns alle von großer Bedeutung“, dankte Bürgermeister Herfurth dem EDEKA-Marktbetreiber. Beide zeigten sich so begeistert von der Aktion, dass Uwe Georg spontan eine weitere Baum-Spende für den Herbst versprach. 
















Letzte Änderung: 13.04.2021 08:35 Uhr